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Tja, das wars fürs erste. Leider sind wir erstmal wieder im trüben Deutschland gelandet.

Es war eine tolle Reise und wird bestimmt nicht die letzte nach Namibia sein. Wir werden den Blog noch mit weiteren Artikeln, Bildern und Links ergänzen, deshalb lohnt es sich auf alle Fälle, öfter mal vorbeizuschauen.

-Bettina und Brigitte

Nach unseren Abenteuern in Mariental sind wir nach Windhoek weitergefahren um einen Zwischenstop beim Zahnarzt zu machen und am Dienstag ging es dann Richtung botswanische Grenze in die Kalahari. Wir wurden freundlich in der Zelda Lodge aufgenommen. Die Lodge arbeitet mit Bushmen zusammen, die Spaziergänge mit Touristen auf dem Gelände zu unternehmen um uns etwas über die Pflanzen und Tiere zu erzählen. Kortman war unser Führer. Für meine großstädtischen Augen sieht die Kalahari wie eine Ansammlung trockener Bäume und Büsche aus und ich würde allein wahrscheinlich dort verhungern. Deshalb war ich sehr beeindruckt zu lernen, wieviele Pflanzen und Wurzeln tatsächlich verwertbar sind. Die Bushmen (San) leben traditionell sehr im Einklang mit der Natur und waren bis vor dreißig oder vierzig Jahren noch als Nomaden in der Kalahari unterwegs. Kortman (das ist sein Name in Africaans, seinen richtigen Namen haben wir nicht erfahren) ist 72 Jahre alt und verfügt noch über all das Wissen, dass man zum Überleben in der Steppe braucht. Er hat uns auch gezeigt, wie Pfeil und Bogen benutzt werden, wobei ich mich dann lieber auf das Weben oder sonstwas beschränken sollte. Sonst würden bei meinem Talent alle verhungern :-) .

Das Geld, was von den San durch die Führungen verdient wird, kommt in einen Fund und wird dazu benutzt, die Kinder auf Schulen zu schicken und ihnen das Lebensnötige zukommen zu lassen. Die San (zumindest die älteren) haben keinen Bezug zu Geld, ihre Kultur unterscheidet sich völlig von uns. Es ist schade, dass wir so wenig Zeit hatten, denn ich hätte gern mehr über ihre Art zu leben erfahren.

-Brigitte

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Heute gibt es wieder einige neue Einträge, einfach etwas zurückscrollen. Die Bilder werden nachgeliefert.

-Brigitte

Da es Sonntags im Tahiti Guesthouse erst ab 10 Uhr Frühstück gab, entschlossen wir uns, ein paar Karmapunkte zu sammeln und einen Gottesdienst zu besuchen. Na ja, ehrlich gesagt trieb uns die schlichte Neugier und das Bedürfnis, mehr über die Menschen, die hier leben, zu erfahren. Neben dem Guesthouse gibt es eine kleine Kirche, die zur Christ Embassy Church gehört, wie wir erfuhren.

Die Kirche ist in einem kleinen pinkfarbenen Haus untergebracht, sehr einfach. Wir sind von den Angehörigen sehr herzlich empfangen worden. Die Leute waren vielleicht etwas erstaunt über uns, aber keinesfalls negativ eingestellt.

Der Gottesdienst war interessant und hat viel Spaß gemacht. Zuerst wurde gebetet. Das gestaltete sich so, dass eine Frau in Englisch betete, dies ging dann in ein Stakkato über, an dem sich alle beteiligten. Soweit ich es verstand, war es immer noch Englisch, aber jeder sprach etwas anderes. Das ganze hörte sich ziemlich seltsam für unsere Ohren an. Es wurde außerdem getanzt und gesungen, was viel Spaß gemacht hat. Da die Texte in Englisch und ziemlich einfach waren, war es auch kein Problem, fleißig mitzusingen.

Zum Schluss wurde eine DVD eingeschaltet um der Predigt eines Fernsehpredigers zu lauschen, der offensichtlich das Oberhaupt der Kirche ist. Da haben wir uns davongeschlichen, weil wir a. Fernsehprediger nicht leiden können und b. ich fast ohnmächtig vor Hunger war.

Einerseits ist es traurig zu sehen, das ca. ein Viertel der anwesenden Personen offensichtlich Aids hatten, wenn man extreme Magerkeit als Zeichen annimmt. Und wer weiß, wieviele noch HIV-positiv sind und von den anwesenden Kindern davon auch betroffen sind. Andererseits bewundernswert, das die Menschen so viel positive Energie haben und in ihrem Glauben sich offensichtlich viel Kraft holen können.

Ich hätte mich gern noch mit den Leuten länger unterhalten, aber wir mussten ja auch noch nach Windhoek weiter. Jedenfalls bin ich für die Erfahrung dort dankbar, es hat mir die Menschen wieder ein Stück nähergebracht.

-Brigitte

Nach dem Abendessen und der schrecklichen Musik im Restaurant beschlossen wir, unsere eigene Party zu machen. Wir schmissen eine CD ein, stellten die Lautsprecher auf und setzten uns bei geöffneter Tür vor unsere Zimmertür im Hinterhof. Manche afrikanische Sitten scheinen sehr schnell auf uns abzufärben… Dazu tranken wir noch ein bisschen Bier und killten den letzten Rest Whisky, um unsere aufgewühlten Mägen zu beruhigen. So ein staubiger afrikanischer Hinterhof ist eine spannende Sache. Die Grillen zirpten um die Wette, der Staub hatte sich ein wenig beruhigt und wir beobachteten das Treiben unserer Nachbarn. Die Angestellen, die feingemacht wahrscheinlich ins Entertainment Center gingen, unser Nachbar, der sein Auto kurz raus- und wieder reinfuhr, um dann auch noch ein wenig bei Musik im Auto zu meditieren, bevor er in seinem Zimmer verschwand. Dazu philosophierten wir über unsere Reiseeindrücke und hörten dazu Louis Armstrong. Irgendwie fand ich, dass wir Louis Musik zu seinem Ursprungsort zurückgebracht hatten, denn dies muss einfach einer der Orte sein, an dem der Blues in seiner Urform seine Wurzeln hatte.

-Brigitte

Der Ausblick in den Hof:

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Wegen Bettinas wiederaufgetauchten Zahnproblemen machten wir uns am 13.9.08 spontan vom Canyon Roadhouse auf Richtung Windhoek, um bis Montag zu einem Zahnarzt zu gelangen. Es war mal wieder eine lange und staubige Fahrt und es herrschte ein ziemlicher Wind, der hier jede Menge Sand mit sich bringt. Die Klimaanlage hält auch immer nur eine bestimmte Zeit durch…

Gegen 15 Uhr hatten wir Mariental erreicht, wo wir übernachten wollten. Direkt an der Ecke zur Hauptstraße liegt das Tahiti Guesthouse. Die Zimmer sind anständig und haben sogar Klimaanlage und Fernseher. Das ganze für 300 N$, da kann man nichts sagen.

Nachdem wir uns an der Bar erstmal mit Limo erfrischt hatten, sind wir zu einem Spaziergang durch Mariental aufgebrochen. Mit Deutschland hat Mariental nur den Namen gemeinsam, welches Wunder auch :-) . Hier gibt es nichts außer Tankstellen, Autohäusern, das örtliche “Entertainment Center”, zwei Guesthouses, eine Bank und einen oder zwei Supermärkte. Es ist sehr staubig und heiß. Auf den Straßen war fast kein Mensch zu sehen. Das Wochenende verbringen die meisten Leute wohl mit Trinken im Entertainment Center oder zuhause, wer kann es ihnen verdenken? Ich wäre wahrscheinlich schon nach einem Monat in diesem Kaff soweit. Zumindest an diesem Wochenende waren wir die einzigen Touristen weit und breit. Und offensichtlich nicht sehr beliebt, den unfreundlichen Zurufen aus den wenigen Autos heraus zu schließen. Nach unserem halbstündigen “Stadtausflug” schnell wieder ins Guesthouse und endlich duschen.

Gut, dass ich meistens Bettina beim Duschen vorlasse, denn dort hatte sich eine Monsterkakerlake versteckt. Bevor diese zum Tod durch Ertrinken in der Toilette verurteilt wurde, musste sie natürlich noch fotografiert werden. Doch dieses Foto wollen wir unseren Lesern ersparen… Glücklicherweise blieb sie auch die einzige. Das Zimmer war sehr sauber, eindeutig ein Irrläufer, der von draußen hereinspazierte.

Das Essen war lecker, wenn auch reichhaltig. Ich hatte Schnecken in einer Pfeffersahne-Soße und danach Hähnchenleber. Damit hatte ich es erfolgreich geschafft, auch noch meinen Magen zu verhunzen und bis heute morgen schüttelt es mich beim Gedanken an Fleisch oder Fett…

Offensichtlich dachte der burische Wirt, dass er uns einen Gefallen tut und quälte unsere Ohren mit burischen und deutschen Schlagern, die sich in der Qualität in nichts unterscheiden.

Das örtliche Vergnügungscenter:

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-Brigitte

Auf der langen, schnurgeraden, staubigen und sehr warmen Fahrt in Richtung Mariental fielen mir noch einige Dinge ein, die man auf einer Reise allein im Auto in diesem Land beachten sollte:

1. Immer genug Benzin und Wasser dabei haben. D.h. einen Reservekanister voll Benzin, an jeder Tankstelle tanken und ca. 20 Liter Wasser für zwei Personen. Außerdem noch genug Knabberzeug, falls man bei einer Panne länger warten muss.

2. Zwei Reservereifen und die Ausstattung zum Reifenwechsel. Nach einer Reifenpanne den Reservereifen an der nächsten Tankstelle flicken lassen.

3. Folgende Medikamente sollte man dabei haben:
- Eventuell Malariatabletten (vorher informieren, ob sie wirklich nötig sind. In unserem Fall waren sie es nicht).
- Antibiotika in Pillen- und Pulverform (bekommt man in Namibia rezeptfrei. Wenn man aber ganz ordentlich sein will, sich vom Hausarzt verschreiben lassen)
- Mittel gegen Durchfall und Magen-Darm-Grippe
- Oral Rehydration Salt oder vergleichbares, gegen extremen Flüssigkeits- und Salzverlust
- Pflaster und Desinfektionsmittel für Wunden

4. Hautöl und Lippenpomade wegen der extremen Trockenheit.

5. Langärmelige Hemden für die Wüste, Kopfbedeckung.

6. Immer genug Bargeld für das Tanken, dies wird grundsätzlich bar bezahlt. Es gibt aber oft weit und breit keinen Geldautomaten.

7. Zelt und Schlafsack bzw. warme Bettwäsche für den Notfall.

8. Eine anständige Straßenkarte, eventuell in Deutschland besorgen.

9. Wenn man nicht alles vorbucht, die direkten Telefonnummern von Lodges und Campingplätzen besorgen. In den Accomodation-Guides sind meistens nur die zentralen Nummern in Windhoek verzeichnet, und die helfen einem am Wochenende und abends nicht weiter.

10. Und immer schön aufpassen. Besondern in den Orten das Auto sorgfältig verschließen. Für Parkwächter, Bettler, etc. immer ein wenig Kleingeld in der Hosentasche bereithalten. Und für Kinder ein paar Süßigkeiten.

So, das wars. Hört sich vielleicht übertrieben an. Aber wir haben festgestellt, dass das alles sinnvoll ist und wir neigen beide nicht zur Übervorsichtigkeit.

Hallo mal wieder,

wir melden uns hier live vom schönen Fish River Canon und posten weitere rückdatierte Einträge zu unseren bisherigen Fahrten und Abenteuern. Leider ist die Verbindung so schlecht, dass wir die Bilder erstmal sein lassen.

- Bettina

Ich sitze hier in der phantastisch gelegenen Namib Naukluft Lodge am Rechner und blogge. Wie seltsam erscheint mir das! Geradezu fremdartig, sich mit Computern und anderer als vierrädriger Technik zu beschäftigen.

Mit der Zeit bekomme ich hier in der unendlichen Weite Namibias eine ganz andere Perspektive. Wichtig ist, wo man in der nächsten Nacht unterkommt. Wie die Straße dorthin beschaffen ist. Ob man genügend Wasserkanister dabei hat. Ob es wohl an der nächsten Tankstelle Diesel gibt. Wieviel hundert km der nächste Geldautomat entfernt ist.

Selbst die Augen stellen sich mit der Zeit um, der Blick geht in die Ferne. Eine Staubwolke am Horizont bedeutet, daß man in ein paar Minuten Gegenverkehr haben wird. In die Bücher, die ich mitgenommen habe, habe ich kaum hineingeschaut. Statt dessen genieße ich den Ausblick auf die karge Landschaft, die spärlichen seltsamen Pflanzen und die lebhafte und erstaunlich vielfältige Tierwelt.

-Bettina

Swakopmund ist …interessant. Man kommt sich in eine holländische oder norddeutsche Kleinstadt versetzt vor. Es ist nichts los. Was allerdings auch daran liegt, dass es hier erst Frühling ist und die Saison erst später anfängt, wenn es im Rest des Landes heiß wird. Während wir da waren, hatte es ungefähr 18 bis 20 Grad Celsius, was sich nach 40 Grad ziemlich kühl anfühlt.

Es gibt ein paar Läden, aber nichts vernünftiges zu kaufen. Ich habe mich auf zwei Bücher, zwei CD’s und einen Armreifen beschränkt. Ansonsten einige Restaurants, aber das wars auch schon. Schön ist das Teehouse am Leuchtturm, dort kann man in einem kleinen Garten sitzen und es laufen Perlhühner über die Wiese. Es gibt sehr leckere Kleinigkeiten zu essen, auch vegetarische. Und nein, die Perlhühner stehen nicht auf der Speisekarte.

Swakopmund scheint zum größten Teil von weißen Afrikanern bzw. Deutschstämmigen bewohnt zu sein. Schwarze tauchen hier nur als Personal im Dienstleistungsbereich auf. Nach der Arbeit fahren sie dann wohl wieder in die Townships, wo sie wohnen und leben. Offensichtlich gibt es hier zwischen Schwarz und Weiß kaum Berührungspunkte. Aber auch die Mischlinge bleiben unter sich. So zumindest unsere Beobachtungen, die natürlich nicht repräsentativ sein können, da wir viel zu kurz da waren und auch nicht mit Einheimischen gesprochen haben. Jedenfalls fanden wir das beide sehr befremdlich und es zeigt, wie weit dieses Land noch von einer wirklichen Integration entfernt zu sein scheint.

Das touristische Highlight für uns war die Dolphin- und Sealstour. Offensichtlich halten sich die Robben für Hunde, denn sie kommen auf das Boot gehüpft, um sich ihren Fisch zu ergattern. Dabei lassen sie sich auch das Fell kraulen und umarmen, was für die Kinder natürlich ein Riesenspaß ist. :-) . Wir sind zu einer Robbenkolonie getuckert, auf dem Weg dorthin tauchten auch die Delphine auf und haben uns ein Stück begleitet. In Namibia gibt es drei Millionen Robben, also anderthalb mal soviel Robben wie Namibier… Es gab einen kleinen Snack mit Blick auf die Kolonie und dann ging es auch wieder zurück.

Am nächsten Morgen sind wir ganz schnell in Richtung Namibwüste entschwunden und beschlossen, dass wir Swakopmund keine Träne nachweinen werden.

-Brigitte

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